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Ayurveda – eine Philosophie von göttlichem Ursprung

Ayurveda

Buddhistische Missionare überbrachten die ayurvedische Medizin aus Indien einst in andere Länder, wovon aus sie sich schließlich auch in unsere westlichen Industrienationen weiter verbreitete. Anfangs noch häufig als „esoterische Lehre“ belächelt, findet das alte, indische Diagnose- und Behandlungssystem der Ayurveda heute immer mehr Anhänger. Auch westliche Mediziner schätzen das ganzheitliche Konzept als eine komplementäre Methode zu schulmedizinischen Behandlungen. In der Lehre des Ayurveda wird der Mensch als ein Mikrokosmos und die beiden Faktoren Gesundheit und Krankheit als ganzheitlich betrachtet.

Auf den Spuren des Ayurveda

Das Jahrtausende alte Wissen des Ayurveda trat bereits seit etwa 2500 vor unserer Zeit in Anwendung. Erstmalig niedergeschrieben wurde die Lehre des Ayurveda in den „Veden“, den ältesten schriftlichen Überlieferungen. Neben Ayurveda wurde in diesen Schriften auch Yoga als göttliche Vereinigung mit sich sowie das Konzept des Tantra beschrieben. Diese drei Vorstellungen und Konzepte sollten den Menschen zu einem langen Leben und Selbstverwirklichung verhelfen.

Auch in Europa kam der Lehre des Ayurveda zur Zeit von Hippokrates eine wesentliche Bedeutung zu, wird ihm doch nachgesagt, ayurvedische Mittel in seine Arbeit integriert zu haben. Ursprünglich stammt der Begriff des Ayurveda aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet übersetzt „Wissen vom langen Leben“. So umfassend wie die Allegorie des langen Lebens ist auch ihr varietätenreiches Behandlungssystem, das den altindischen Lebensphilosophien entspricht. Neben der Ernährung nach der Lehre des Ayurveda, den Kräuteranwendungen und der Mediation umfasst die Ayurveda auch ausleitende Verfahren zur Reinigung des Körpers. Sie lässt sich nicht nur als eine Wissenschaft charakterisieren, sondern auch als Philosophie, der Liebe zur Wahrheit. Jene bildet im Ayurveda das „Sein“, das Ursprung allen Lebens ist. Die Philosophie des Ayurveda strebt nicht nur nach der Erhaltung eines gesundes Lebens und der Gesundheit, sondern auch nach einem tieferen Lebenssinn. Angewendet wird in unserer europäischen Kultur primär der sogenannte „Maharishi-Ayurveda“.

Wie die westlich geprägte Schulmedizin differenziert auch der Ayurveda verschiedene medizinische Fachgebiete und beinhaltet neben einem Diagnose- und Therapiekonzept auch eine Lehre der Medikamente.

Basis des Ayurveda bildet die „Tridosha“, ein Heilungskonzept der drei „Doshas“ Pitta, Vata und Kapha. Diese lassen sich aus den in der Natur vorkommenden fünf Elementen Erde, Wasser, Luft, Feuer und Raum ableiten. Zusammen determinieren sie verschiedene Funktionsweisen und Abläufe unseres Organismus sowie auch der Psyche und sind für die Eigenschaften und die Konstitution des Menschen verantwortlich. Aus seinem Zusammenwirken ergibt sich im Ayurveda sein Bild aus Stärken und Schwächen, die Verbindung zwischen Körper und Geist, die Prädestinierung für bestimmte Krankheiten sowie die individuellen Reaktionen auf Medikamente, Klima und Ernährung.

 

Die drei Doshas

Pitta, Vata und Kapha stehen in einer wechselseitigen Abhängigkeit zueinander und sollten – um die Gesundheit zu wahren – so fern als möglich harmonieren und in Balance gehalten werden. Genau so sollte auch der Mensch nach diesem ayurvedischen Konzept, mit sich und seiner Umwelt im Einklang sein, um Krankheit zu verhindern.

Bei Dominierung oder Schwächung eines der drei Doshas, komme es laut der Lehre des Ayurveda zur Einlagerung von Gift- und Schlackenstoffen.

Das Element Luft bzw. Äther manifestiert sich im menschlichen Organismus als Vata, das Luftprinzip. Feuer und Wasser bilden zusammen das Pita-Prinzip während die kosmischen Elemente Erde und Wasser das Kapha-Dosha konstituieren.

 

Betrachten wir die drei Doshas des Ayurveda nun genauer....

*Vata

Vata findet im Ayurveda als Luftprinzip sein organisches Zentrum in Dickdarm, Becken, Knochen, Haut und Ohren. Bewegung, Angst und Atmung lassen sich auf Vata zurückführen.

*Pitta

Das Feuerprinzip Pitta lässt sich im Ayurveda als die Hitze-Energie im Körper charakterisieren. Ihm kommen unter anderem die Regionen der Verdauung, des Stoffwechsel, der Ernährung und auch die Intelligenz zu. Hunger, Durst und Wahrnehmung zählen mitunter zu den Funktionen von Pitta.

*Kapha

Die Hauptaufgabe von Kapha ist es, alle Elemente zusammen zu halten, es ist unter anderem in Kopf, Brust und Plasma sowie Sekreten lokalisiert. Öligkeit und Geschmeidigkeit sowie Besitzgier und Stabilität werden Kapha im Ayurveda funktionell zugeordnet.

 

Die Dosha Konstitutionen der Persönlichkeit und Morphologie

*Die Vata-Konstitution

Dementsprechend werden Vata konstituierte Personen als sehr sensible und feine Persönlichkeiten charakterisiert. Sie zeichnen sich durch einen zierlichen Körperbau, eine trockene Haut und ein künstlerisches Talent aus.

Im Vordergrund steht bei Vata-Typen im Ayurveda die Beweglichkeit, was auch die beiden Aspekte der Instabilität und der Schnelligkeit beinhaltet. Körperliche und geistige Aktivität und ein starkes Bewegungsbedürfnis charakterisieren den Vata-Typ nach Ayurveda ebenso sehr gut. Eine empfindliche Körperregion des Vata-Typs bildet die Verdauung, die sich durch unregelmäßigen Appetit und mit verdauungsbedingten Beschwerden auf Stress äußern kann. Besonders empfindlich ist auch ihr Nervensystem, die immunologische Widerstandsfähigkeit eher gering. Ihr Bedürfnis nach Wärme und Licht ist ebenso von besonderer Ausprägung. Kommunikationstalent und Kreativität zeichnen den Vata-Typ ebenso aus wie seine Neigung zu psychosomatischen Krankheiten und Beschwerden.

*Die Pitta-Konstitution

Die Pitta-Persönlichkeit erleben wir nach der Lehre des Ayurveda als energetisch, erfolgreich und dynamisch. Charakterlich präsentiert sie sich als dominant, redegewandt und debattierfreudig. Bezeichnend sind überdies hinaus auch ihr Bedürfnis nach Sport, ihr Argumentationstalent und ihr häufiges Angespanntsein. Ein hitziger Typ, ein gesunder Stoffwechsel und verstärkte Neigung zum Schwitzen zeichnen Pitta aus. Auf körperlicher Ebene findet sich nach der Ayurveda bei Pitta mitunter auch immer wieder eine Neigung zu Hautproblemen, einer gestörten Säure-Basen-Balance sowie Erkrankungen von Leber und anderen Verdauungsorganen.

*Die Kapha-Konstitution

Mit dem Kapha-Typ begegnet uns nach der Lehre des Ayurveda ein kräftig gebauter und toleranter, sowie zufriedener Mensch. Ausgezeichnet wird der Kapha Typ durch die Merkmale der Stabilität, der Langsamkeit und Sicherheit.

Morphologisch treten Kapha-Typen im Ayurveda als rundlich, obwohl sie nicht zu übermäßigem Essen tendieren sowie auch eine Neigung zur Ansammlung von Gewicht. Ihre Haut erscheint in einem schönen und glatten Teint, ausdrucksstarke Augen und ein kraftvolles Haar prägen ihr Äußeres. Hervorragend im Bezug auf Krankheiten ist ihre Widerstandsfähigkeit, jedoch findet sich häufig eine Tendenz zu Diabetes, Bronchialbeschwerden und Fettleibigkeit.

Unter allen konstituiven Typen des Ayurveda ist ihre Neigung zu psychischen Erkrankungen am geringsten. Positiv im Bezug auf ihren Charakter ist auch ihr loyales, treues und zuverlässiges Wesen.

Als Schwäche lassen sich jedoch häufig ein geringer körperlicher wie auch geistiger Antrieb ausmachen.

 

Behandlung und Therapie im Ayurveda

In der praktischen Behandlung durch Ayurveda wird das Wesen der behandelten Person und auch die vorliegende Krankheit mit dem Tast-, Hör- und Sehsinn untersucht. Besonders interessant ist die Analayse der „Prakriti“, die nach der Ayurveda unsere „Ursubstanz“ konstituiert und im Laufe des Lebens nicht mehr beeinflusst werden kann. Bestimmt wird jene durch astrologische Konstellationen sowie beeinflussenden Faktoren in der Schwangerschaft und bei der Zeugung. Prakriti wird in der alten Lehre nach Ayurveda auch als „göttliche Mutter“, deren Kind das Universum ist, bezeichnet. Zur Harmonisierung der drei Doshas, das das Ziel der ayurvedischen Behandlung bildet, können ayurvedische Massagen, ausleitende Verfahrenskonzepte, Meditation wie Yoga oder spezielle Fastenkuren angewandt werden. Auch die sinnliche Therapie mit Musik, Farben und Aromen bildet einen wichtigen Bestandteil des Ayurveda.

Phytotherapeutisch bedient sich der Ayurveda einer facettenreichen Auswahl von etwa 5000 Pflanzen in verschiedenen Zubereitungsarten. Im Vordergrund stehen dabei vor allem die pharmakologisch wertvollen sekundären Pflanzenstoffe, die unter anderem mit antioxidativen, entzündungshemmenden und verdauungsregulierenden Wirkstoffen glänzen.

Anmerkung: Auch wenn dem Ayurveda (sowie auch der TCM) eine erfolgreiche und gute Behandlung vieler Krankheiten nachgesagt wird,  so sollte die Therapie und Behandlung schwerer, akuter oder psychischer Erkrankungen nach allgemeiner Ärztemeinung der Schulmedizin vorbehalten werden. Zum Einsatz kommt die medizinische Lehre des Ayurveda in unserer westlichen Region und Kultur jedoch gerne bei psychosomatischen sowie Befindlichkeitsstörungen. Durch Harmonisierung der Doshas sollte nach der Lehre des Ayurveda die Balance jener wieder ins Gleichgewicht gebracht und den Beschwerden die Basis entzogen werden. Auch im Bereich der Vorsorge und Präventionsmedizin bildet der Ayurveda einen integrativen Bestandteil.