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Die Kraft der Kräuter

Kräuter
Neben diesen Inhaltsstoffen sind es zusätzlich die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die der Pflanze selbst als Schutz gegen Krankheiten dienen oder als Lockmittel für Bestäuber, die auch dem Menschen in vielerlei Hinsicht nützlich sind. In diesem Sinne können Kräuter unter anderem die Verdauung fördern, den Blutdruck senken, das Immunsystem stärken, Thrombosen vorbeugen, Entzündungen hemmen, antioxidativ wirken, etc. Die Liste ließe sich weiter fortsetzen – für den menschlichen Organismus sind sie daher von essenzieller Bedeutung. Umso wichtiger ist es also, dass die Kräuter wieder vermehrt Einzug in unsere Küche und unsere Hausapotheke erhalten.

Aus diesem Grund sollen im Folgenden die größten Pflanzenfamilien für Kräuter und Heilkräuter angeführt werden. Neben den Familienmerkmalen werden die wichtigsten Vertreter natürlich genauer betrachtet. Zusätzlich zur Verwandtschaft muss an dieser Stelle zudem betont werden, dass sämtliche Arten heimisch sind, womit sie eigentlich in gar keinem Haushalt mehr fehlen dürften.

 

Die Doldenblütler oder Apiaceae

Die Familie der Doldenblütler ist weltweit verbreitet, besonders in den tropisch- montanen bis gemäßigten Gebieten. Es handelt sich zumeist um krautige, also nicht verholzende, Pflanzen mit gefiedert bis mehrfach gefiederten Blattspreiten oder geteilten Blättern. In jedem Fall besitzen die Blätter eine Blattscheide. Die charakteristischen Blütenstände sind namensgebend für die Familie, es werden lediglich einfache Dolden von Doppeldolden unterschieden, welche die meist sehr kleinen Blüten tragen. Als Frucht bilden sie eine trockene Spaltfrucht, die aus zwei einsamigen Teilfrüchten besteht, was als Doppelachäne bezeichnet wird. Da sowohl ätherische Öle als auch Gummiharze innerhalb dieser Familie reichlich vorhanden sind, zeichnet sie sich auch durch einen markanten Geruch aus. Neben wichtigen Kräutern finden sich noch zahlreiche weitere Nutz- und Gemüsepflanzen unter den Doldenblütlern. Zu den Vertretern zählen unter anderem: Petersilie, Liebstöckel, Kümmel, Dill, Sellerie, Karotten, Fenchel, Pastinak, Anis, Sanikel uvm.

 

Die Petersilie – Das Universalgewürz mit Heilwirkung

Ihren Ursprung hat die Petersilie im Mittelmeerraum, wo sie auch heute noch wild wachsend verbreitet ist. Als allseits bekanntes Küchenkraut gibt es sie mittlerweile auf der ganzen Welt und in verschiedenen Formen, etwa gekraust oder glatt. In erster Linie findet des Kraut also in der Küche Verwendung: Die Blätter werden meist roh, manchmal aber auch kurz mitgekocht, gehackt oder ganz zum Verfeinern zahlreicher Speisen in der europäischen bis hin zur westasiatischen Küche verwendet.

Dabei passt die Petersilie idealerweise zu fast jedem salzigen Gericht, oftmals auch einfach als Dekoration. Neben dem saftigen Grün ist auch der intensive, leicht grasige Geschmack kennzeichnend für das Kraut. Hierbei unterscheiden sich die verschiedenen Formen allerdings: die glatte Petersilie weist ein kräftigeres Aroma auf als die gekrausten Vertreter. In seltenen Fällen wird auch die rübenartige Wurzel als Gewürz verwendet.

Hinsichtlich der Inhaltsstoffe sind natürlich die ätherischen Öle, welche die gesamte Familie auszeichnen, zu nennen. Weiters enthält die Petersilie eine Vielzahl an Vitaminen, wobei vor allem der Anteil an Vitamin C sehr hoch ist. Daneben weist sie noch wertvolle Mineralstoffe, Spurenelemente und Folsäure auf.

Insgesamt eignet sich die Petersilie aber nicht nur als universelles Küchengewürz, die genannten Inhaltsstoffe bringen außerdem eine Reihe an Heilwirkungen mit sich. In der Antike galt sie deshalb als heilige Pflanze und wurde beispielsweise siegreichen Sportlern in Form von Kränzen überreicht. Ihre vielfältig heilsame Wirkung wurde bereits von Hippokrates, Albertus Magnus oder Hildegard von Bingen beschrieben. So wirkt die Petersilie vor allem auf Blase, Darm, Nieren und Gebärmutter, wofür allerdings höhere Dosierungen notwendig sind als sie für gewöhnlich in der Küche die Regel sind. Daher wird in der Pflanzenheilkunde oft die Wurzel zusätzlich zu den Blättern herangezogen, manchmal auch die Samen, für welche jedoch eine vorsichtige Dosierung benötigt wird. Mit ihnen werden Tees oder Tinkturen zubereitet, die eine innerliche Wirkung auf die bereits erwähnten Organe entfalten. Die Petersilie wirkt in jedem Fall förderlich hinsichtlich der Verdauung und Harnausscheidung. Auf diese Weise hilft sie beim Entwässern oder gegen Blähungen und beugt Nieren- sowie Blasensteine vor. Frauen kann sie bei Menstruationsbeschwerden helfen und sogar als Unterstützung für das Einleiten der Geburt dienen. Aufgrund dieser Wirkung wurde die Petersilie (in sehr hohen Dosen) im Mittelalter als Abtreibungsmittel verwendet.

Schließlich sei nochmals auf den hohen Vitamin C-Gehalt hingewiesen, was mit einer antioxidativen Wirkung einher geht und die Abwehrkräfte stärkt sowie gegen Müdigkeit hilft. Letztlich lässt Petersilie auch störenden Mundgeruch verschwinden, wofür vor allem das Chlorophyll verantwortlich ist. Hierfür reicht es, ein paar Blätter im Mund zu zerkauen.

 

Die Lippenblütler oder Lamiaceae

Wie auch die zuvor angeführte Familie sind die Lippenblütler Kosmopoliten, vor allem aber im mediterranen Raum und Vorderasien reichlich vertreten. Es handelt sich ebenso meist um krautige Pflanzen, aber auch Halbsträucher und Sträucher, die wiederum aufgrund von ätherischen Ölen sehr aromatisch sind. Die Blätter, welche manchmal gestielt sein können, weisen meist eine einfache Blattspreite auf und sind dekussiert bzw. kreuzgegenständig angeordnet, was ein wichtiges Erkennungsmerkmal darstellt. Das bedeutet, dass die Punkte an denen die Blätter entspringen, würde man sie übereinander legen, ein Kreuz bilden. Nebenblätter sind keine vorhanden. Die charakteristischen und namensgebenden Blüten sind in einem Thyrsus (bzw. Scheinquirlen) angeordnet. Wie der

Name der Familie vermuten lässt, weisen die Kronblätter der oft sehr kleinen Blüten eine lippenähnliche Form auf – sie bilden eine weniger ausgeprägte Oberlippe und eine dominierende Unterlippe und haben der Familie so den Namen beschert. Die typische Frucht der Lippenblütler wird als Klausenfrucht bezeichnet, welche wiederum aus vier einsamigen Teilfrüchten, den Klausen, besteht. Innerhalb dieser Familie finden wir wieder zahlreiche Nutz-, Zier-, Heil-, und Gewürzpflanzen. Zu ihren Vertretern zählen unter anderem: Melisse, Oregano, Majoran, Minze, Rosmarin, Basilikum, Lavendel, Thymian, Salbei, uvm.

 

Der Lavendel – ein Traum der Provence

Der allseits bekannte Strauch ziert vermutlich unzählige Gärten auf der ganzen Welt und wird neben seinem sinnlichen Duft vor allem auch für seine Ästhetik geschätzt. Ursprünglich stammt der Lavendel aus dem Mittelmeerraum, wo er auch heute wild wächst – das berühmteste Beispiel stellt wohl die Provence dar, mit riesigen Feldern dieser wunderbaren Pflanze. Da die Menschen also bald Gefallen an ihm gefunden haben, wurde er auch in anderen Gebieten kultiviert, sodass er aus kaum einem Garten wegzudenken ist. So gibt es inzwischen auch über 30 Arten in der Gattung Lavendula. Wir halten uns im Folgenden allerdings an den echten Lavendel, lavendula officinalis. Verwendung findet der Lavendel jedoch nicht nur als Gartenpflanze, denn er zeichnet sich durch eine ausgeprägte Vielseitigkeit aus. So zog man ihn beispielsweise in den letzten Jahren vermehrt als Gewürz in der Küche heran und es stellte sich heraus, dass er durch sein herbes bis zart bitteres Aroma einigen Gerichten eine herrliche Note verleiht. Sein Duft kombiniert mit dem Geschmack von meist deftigen Speisen macht die Mahlzeit zu einem echten Erlebnis. Selbige Wirkung lässt sich auch bei einigen Süßspeisen erreichen, etwa Sorbets oder anderen Desserts, die Früchte enthalten. Als Gewürz eignen sich sowohl junge Blätter und Triebe, gehackt oder im Ganzen, als auch Lavendelblüten, die man getrocknet oder frisch beigeben kann. Getrocknete Blüten entfalten jedenfalls ein intensiveres Aroma, weshalb eine vorsichtige Dosierung erfolgen sollte.

Ein facettenreicher Duft

Natürlich kennen wir Lavendel des Weiteren auch als Produkt in der Parfümerie. Doch sein Duftstoff wird nicht nur in diesem Bereich hoch geschätzt. In der Pflanzenheilkunde und der Aromatherapie weiß man längst um die beruhigende, entspannende Wirkung seines Dufts. So fördern die ätherischen Öle der Blüten einen tiefen, erholsamen Schlaff, egal ob in Tropfenform auf den Kopfpolster oder als Lavendelblütenkissen im Bett platziert. Die gefüllten Kissen besitzen aber zudem den Vorteil, dass sie in Kleiderschränken Motten vertreiben können. Die beruhigende, seditative Wirkung kann auch in Form von Badezusätzen oder als Lavendelöl genutzt werden sowie darüber hinaus als Creme zur äußerlichen Anwendung bei Hautreizungen oder Haut- und Nagelpilzen.

Insgesamt wirken die Inhaltsstoffe des Lavendels antibakteriell und antimykotisch, weshalb er genauso zur innerlichen Anwendung herangezogen wird. So wie er auf die Psyche eine beruhigende Wirkung zu entfalten vermag, schafft er selbiges für so manche somatischen Beschwerden. Lavendel lindert Krämpfe, Blähungen bzw. allgemein Magen-Darm-Probleme und wirkt förderlich auf Leber und Galle sowie hinsichtlich der

Verdauung und Durchblutung. Seine bereits angesprochene antibakterielle Wirkung wird für Gurgellösungen bei Zahn- und Zahnfleischproblemen genutzt. Darüber hinaus kann man ihn auch bei Entzündungen im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich anwenden. Die häufigste Darreichungsform sind hierbei Tees oder Tinkturen. Für ihre Gewinnung werden für gewöhnlich getrocknete Blüten verwendet, welche eine sehr hohe Konzentration an jenen ätherischen Ölen aufweisen, die für die Wirkung verantwortlich sind. Nur das direkt durch Destillation gewonnene Öl ist noch purer und intensiver.

 

Die Korbblütler oder Asteraceae

Die größte bzw. artenreichste Familie unter den Bedecktsamern bilden die Korbblütler, welche somit auch auf der ganzen Welt zu finden ist. Sie zeichnet sich daher durch eine ausgeprägte Vielfalt und einigen auseinandergehenden Merkmalen unter den einzelnen Vertretern aus. In den meisten Fällen handelt es sich um krautige Pflanzen, vor allem in unseren Breitengraden. Die Blätter sind oft wechselständig angeordnet oder in Form einer bodennahen Blattrosette, wie wir sie beispielsweise vom Löwenzahn kennen. Nebenblätter sind meistens keine vorhanden. Der abermals charakteristische und namensgebende Blütenstand entspricht einem Korb, in dem die einzelnen Blüten zusammengefasst werden. Der Korb wird von Hüllblättern, dem sogenannten Involukrum, umgeben. Beim Anblick eines Korbblütlers mag der Eindruck entstehen, es handle sich um eine einzelne Blüte. In Wirklichkeit handelt es sich wie bereits erwähnt um eine Anhäufung zahlreicher Einzelblüten. Sie bilden das sogenannte Pseudanthium, auch Blume genannt, das die vielen einzelnen Blüten zu einer funktionellen Einheit zusammenfasst. Unter den Einzelblüten werden randständige Zungenblüten von Röhrenblüten unterschieden, die auch verschiedene Symmetrien aufweisen. In den jeweiligen Gattungen innerhalb der Familie müssen jedoch nicht immer beide Blütenformen vorkommen.

Als Früchte bilden die Korbblütler eine Sonderform der Nuss, die Achäne. Oftmals ist sie mit einem Pappus ausgestattet, wie etwa beim Löwenzahn, der eine Ausbreitung durch den Wind ermöglicht.
Innerhalb dieser Familie finden wir einige Gemüsepflanzen, eher wenige Gewürzpflanzen und dafür umso mehr Heilpflanzen. Zu ihren Vertretern zählen: Artischocke, Kopfsalat, Topinambur oder Schwarzwurzel, sowie Löwenzahn, Estragon, Wermut, Ringelblume, Sonnenhut, Disteln, Kamille, Sonnenblume u.v.m.

Jeder kennt ihn, hat schon mal die reifen Samen weggeblasen oder empfindet ihn als Verunstaltung seines Rasens. In beiden Fällen sind die tollen Verwendungsmöglichkeiten und gesundheitlichen Eigenschaften meist nicht bekannt. Daher wollen wir an dieser Stelle zeigen, dass der Löwenzahn sowohl für die Küche als auch für unsere Gesundheit eine ausgesprochene Bereicherung darstellt.
Das ursprünglich aus Westasien stammende Kraut breitete sich bald – auch durch menschliches Zutun – nach Europa und bis über die ganze Nordhalbkugel sowie einige

Teile der Südhalbkugel aus. Der Löwenzahn repräsentiert keine einheitliche Art, da die verschiedenen Populationen sich geringfügig unterscheiden. Daher wird er heute einfach unter der Sammelart Taraxacum sect. Ruderalia zusammengefasst. In unseren Breiten stellt er jedenfalls ein wildwachsendes Kraut dar, das jedem zugänglich ist – ein Grund mehr sich dieses Superfood zunutze zu machen.

In der Küche kann sein herber, leicht bitterer Geschmack als Verfeinerung von Suppen oder Eintöpfen dienen sowie als Salat. Für den in Österreich sogenannten „Röhrlsalat“ nimmt man hierfür vor allem die jungen Triebe, welche noch weniger Bitterkeit aufweisen. Sollte es einem dennoch zu herb sein, dann lässt sich der Löwenzahn natürlich mit anderen Kräutern und/oder in den herkömmlichen Salat mischen. Es lassen sich darüber hinaus aber auch die anderen Pflanzenteile nutzen. Die älteren Blätter können nicht nur als Tiernahrung dienen, sondern lassen sich beispielsweise auch zu Pesto verarbeiten. Die Blüte, welche im Frühjahr überall zu sehen ist, kann leicht zu einem schmackhaften Sirup oder Brotaufstrich verarbeitet werden. Nebenbei bemerkt fungieren sie auch als hübsche Dekoration am Teller. Die getrocknete Wurzel wurde früher als Kaffeeersatz benutzt und wird heute für Tees verwendet.

Wie bereits erwähnt weist der Löwenzahn zudem einen bedeutenden gesundheitlichen Aspekt auf. Hauptverantwortlich hierfür sind der große Anteil an Bitterstoffen, Flavonoiden, Inulin, Phenylcarbonsäuren und Triterpenen sowie ein hoher Kaliumgehalt. Außerdem versorgt er uns mit einer Reihe von Vitaminen.

Innerhalb der Pflanzenheilkunde findet Löwenzahn eine breite Anwendung. In erster Linie dient er der Entgiftung, da er Galle und Leber anregt sowie den Fettstoffwechsel ankurbelt. Traditionell wurde er bei Gelbsucht, Gallensteinen und Leberzirrhose eingesetzt. Auf den Magen-Darm-Trakt entfaltet er ebenso eine förderliche Wirkung: er bewirkt eine vermehrte Sekretion im Magen und ist somit appetitanregend. Außerdem hilft er bei Völlegefühl und Blähungen, unterstützt die Verdauung, weil das in ihm enthaltene Inulin die Darmbakterien nährt und er hat auch eine harntreibende Wirkung. Daher findet er auch bei Entzündungen des Urogentialtrakts Anwendung, da er hier hemmend und antibakteriell wirkt. Hierfür werden Tees aus Wurzel und Blätter, Smoothies oder Extrakte verwendet.

Allgemein kann Löwenzahn die Leistung steigern und Erschöpfung entgegenwirken. Neuesten Erkenntnissen zufolge eignet er sich zudem auch als Mittel in der Krebstherapie. So weist er eine hemmende Wirkung auf Wachstum und Ausbreitung von Krebszellen auf. Darüber hinaus fördert er die Apoptose der entarteten Zellen, während er gesunde Zellen schützt. Somit kann er den Nebenwirkungen einer Chemotherapie entgegenwirken und die Giftstoffe einer solchen Therapie ausleiten.

 

Die Kreuzblütler oder Brassicaceae

Die Familie der Kreuzblütler ist ebenso weltweit verbreitet, vor allem aber in der Holarktis und hier wiederum besonders reich in mediterranen Gebieten und Vorderasien vertreten. Es handelt sich in der Regel um krautige Pflanzen, deren Blätter wechselständig angeordnet sind. Die Blattspreite ist meist fiederschnittig bis ungeteilt gestaltet und Nebenblätter fehlen. Der Blütenstand wird durch eine deckblattlose Traube

gebildet. Die Blüten wiederum sind sehr charakteristisch und zugleich namensgebend für die Familie: Die vier Kronblätter sind wie ein Kreuz angeordnet. Als Frucht bilden die Kreuzblütler eine zwei-fächrige Kapselfrucht. Je nach Form bezeichnet man diese entweder als Schote (sie ist mindestens dreimal so lang wie breit) oder als Schötchen (sie ist weniger als dreimal so lang wie breit). Die Besonderheit der Familie ist der kohlartige Geruch wie auch der scharfe Geschmack, was auf die enthaltenen Senföl-Glykoside zurückzuführen ist. Ursprünglich diente dies als Fraßabwehr gegen pflanzenfressende Tiere.

Innerhalb dieser Familie finden wir wieder einige Nutz-, Gemüse- und Gewürzpflanzen. Zu den Vertretern zählen unter anderem: Kresse, Kren, schwarzer und weißer Senf, Raps, die vom Menschen kultivierten Formen des Blumenkohls wie Brokkoli, Karfiol, Rosenkohl oder Kohlrabi, Radieschen u.v.m.

 

Die Brunnenkresse – würziges Kraut mit toller Wirkung

Die krautige Pflanze kam ursprünglich nur in Europa, Nordafrika und Teilen Asiens vor, ist heute aber auf der ganzen vorbreitet. Bereits damals wurde sie von den Griechen und Römern sowohl als Gewürz wie auch als Heilpflanze genutzt. Die Brunnenkresse bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Gebiete, weshalb sie an Quellen, Bächen und Teichen in sonniger bis halbschattiger Lage gut gedeiht. Davon leitet sich auch der volkstümliche Name „Bachkresse“ ab.

Die bereits erwähnten Senföl-Glykoside verleihen ihr einen sehr scharfen, manchmal leicht bitteren Geschmack, der an Kren erinnert. In der Küche sollte sie daher vorsichtig dosiert werden, dann vermag sie mit ihrer Würze zu erfrischen. Verwendet wird sie beispielsweise als Verfeinerung von Salat, wofür einfach ein paar frische Blätter beigegeben werden. Eine pikante Note lässt sich mit ihr auch auf belegten Broten, zu Topfen und anderen Aufstrichen sowie Suppen erreichen. Natürlich kann man experimentieren und sie auch anderen Gerichten beigeben. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass die Brunnenkresse aus fließendem Gewässer oder kultivierten Anbau stammt, da sie sonst mit Bakterien kontaminiert sein kann.

Die Echte Brunnenkresse, Nasturtium officinale, stellt durch seine Inhaltsstoffe nicht nur eine kulinarische sondern auch eine gesundheitliche Bereicherung für uns dar. Sie enthält Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Zucker sowie einen hohen Anteil an Vitamin C, daneben die Vitamine A, B1, B2 und E genauso wie die Mineralstoffe Calcium, Eisen, Iod, Kalium und Phosphor.

Aus diesem Grund repräsentiert die Brunnenkresse eine wichtige Heilpflanze innerhalb der Phytotherapie mit vielen Anwendungsgebieten. Sie fördert den Stoffwechsel, regt den Appetit an und gilt als Aphrodisiakum. Des Weiteren kann sie zur Entschlackung herangezogen werden, da sie die Funktion der Leber, Galle, Blase und Niere fördert. Sie wirkt somit auch harn- und wehentreibend und beugt Steine in den besagten Organen vor. Darüber hinaus weist sie eine blutreinigende wie auch blutbildende Wirkung auf. Es heißt die Pflanze könne auch bei Mundschleimhautentzündungen, Husten, Asthma, Diabetes und Rheuma angewendet werden. Für diese innerlichen Anwendungen wird meist das getrocknete Kraut für die Zubereitung von Tees herangezogen.